Neuraltherapie

Unter Neuraltherapie versteht man die gezielte Injektion eines örtlichen Betäubungsmittels (meist 1%iges Procain) zu therapeutischen Zwecken.

Neue Forschungsergebnisse auf molekularer Ebene bestätigen die Wirkung der Lokalanästhetika als antientzündliche, schmerzlindernde, durchblutungsfördernde, in den Stoffwechsel der Zelle eingreifende Substanzen, die einen Einfluss auf das vegetative Nervensystem (Sympathikolyse) haben und potenziell die Entstehung von Krebszellen hemmen können. Aktuelle Studien führt beispielsweise die Universität Heidelberg durch (HUNTER-Gruppe: Heidelberg University Neural Therapy Education & Research: www.hunter-heidelberg.com)

 

Gerade in der Frauenheilkunde treffen wir häufig auf Störungen und Erkrankungen funktioneller Natur, die sich durch etablierte schulmedizinische Methoden wie Medikamente, Operationen und Hormongaben nicht oder nicht zufriedenstellend behandeln lassen.

Die Anwendung der Neuraltherapie ist - neben psychosomatischen Therapieansätzen - bei folgenden Beschwerden hilfreich:

  • bei Narbenbeschwerden nach Operationen (z.B. Kaiserschnitt, Dammschnitt und sonstige Geburtsverletzungen, tumorchirurgische und ganz allgemein operative Eingriffe)

  • zyklusabhängige und chronische Schmerzen wie bei Dysmenorrhoe und Endometriose

  • abgeklärte und therapieresistente Unterbauchbeschwerden ohne krankhaften Organbefund

  • Vulvodynie

 

Die Injektionen können hierbei auf verschiedenen Ebenen angewendet werden: an der lokalen Beschwerdestelle („dort wo es weh tut“), im dazugehörigen Segment (benachbarte Haut- und Muskelgebiete, sowie in der Nähe von Nerven) und als „Störfeldtherapie“. Als Störfeld bezeichnet man einen chronisch belasteten, oft an anderen Körperstellen liegenden Herd (z.B. wurzelbehandelte Zähne, Narben, Organerkrankung), der selber klinisch nicht auffällig ist, aber durch einen Dauerreiz an entfernten Bereichen des Körpers Beschwerden und Schmerzen auslöst. Durch das Einbringen eines lokalen Betäubungsmittels in ein Störfeld kann der Heilreiz neben lokalen Wirkungen auch eine Fernwirkung über das vegetative Nervensystem haben und eine Löschung des Schmerzgedächtnisses („reset“) bewirken.

Nebenwirkungen treten bei korrekter Durchführung nur selten auf. Neben lokalen Reaktionen wie Rötungen, Schwellungen und kleinen Hämatomen kann es zu Kreislaufreaktionen kommen.

Oft reichen schon 3- 5 Behandlungen aus, bei länger bestehenden Beschwerden sind bis zu 10 Therapiesitzungen erforderlich. Die Abrechnung erfolgt über die GOÄ (Gebührenkatalog privatärztlich erbrachter Leistungen).

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